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RebellComedy eröffnet Stuttgarter Kabarettfestival 2016

Das Licht im Saal des Theaterhauses Stuttgart ist gedimmt. Ein cooler junger Mann mit Basecap sitzt hinter seinem DJ-Pult auf der Bühne. Auf seinem Tisch steht „RebellComedy“ und die blauen Buchstaben werden von einem Scheinwerfer angestrahlt. Mit lässigen Hip Hop Beats heißt er das Publikum im ausverkauften Saal willkommen. Ein Moderator mit Hemd, Fliege und Turnschuhen stürmt auf die Bühne. Im strahlenden Scheinwerferlicht begrüßt der Moderator Khalid Bounour das Publikum: „Wir sind unglaublich stolz darauf, heute hier zu sein, wenn das Stuttgarter Kabarettfestival zum ersten Mal von einem Haufen Kanaken eröffnet werden darf.“ Der Saal tobt vor Begeisterung.

DJDer Moderator ist einer der Stand-up Comedians der erfolgreichen Komikertruppe „RebellComedy.“ Sie leiten am Abend des 11. April 2016 das 24. Kabarettfestival in Stuttgart ein. Während ihrer dreistündigen Show kommen nach und nach einzelne Comedians auf die Bühne. In ihren kurzen Auftritten erzählen sie Anekdoten aus ihrem Leben. Ihre Geschichten sind jung, frech und teilweise auch ein wenig derb, aber vor allem authentisch und humorvoll. Sie erzählen dabei, was sie erlebt und welche kulturellen Einflüsse sie geprägt haben.

Alle RebellComedians bringen jeweils ganz unterschiedliche Migrationshintergründe mit und erzählen von Erlebnissen in Zusammenhang mit ihren marokkanischen, iranischen oder türkischen Wurzeln. Als Kinder von Migranten haben sie viele skurrile und witzige Abenteuer erlebt – sei es beim Besuch im Heimatland der Eltern, wo man plötzlich merkt, dass man mehr eine „deutsche Kartoffel“ ist als man gedacht hätte oder Missverständnisse, die zwischen Lehrerin und Vater aufgrund seiner falschen Aussprache entstehen. So wurde der Satz „Ihr Sohn macht mir Sorgen – seine Noten gehen in den Keller“ erschreckend vom Vater mit den Worten „Er geht mit Nutten in den Keller?!“ kommentiert.

Die Truppe von RebellComedy ist in den letzten Jahren nicht nur immer bekannter geworden, sondern auch immer weiter gewachsen. Ihr Ensemble zählt derzeit zehn Comedians. Die einzige Frau der Komikertruppe ist die iranstämmige Enissa Amani, die seit kurzem den abendlichen Sendeplatz von Stefan Raab mit ihrer Sendung „Studio Amani“ eingenommen hat.

Wer ebenfalls Lust auf ein bisschen RebellComedy bekommen hat, kann das Ensemble auf ihrer Deutschland-Tour oder Samstagabend im WDR sehen. Mit ihrer Show sprechen schaffen sie es ganz unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Ihre Geschichten sind so authentisch und humorvoll, dass sie sowohl jung als auch alt begeistern. In Stuttgart sind die verrückten und liebenswerten Chaoten wieder am 9. Dezember mit einer neuen Show zu sehen.

Ende2Weitere unterhaltsame Comedians und Kabarettisten tummeln sich noch vermehrt bis zum Ende des Kabarettfestivals am 17. April auf den Stuttgarter Bühnen. Dort werden auch aktuelle politische Themen aufgegriffen und auf satirische Weise inszeniert. Dadurch erlebt man nicht nur einen lustigen Abend, der noch lange im Gedächtnis bleibt, sondern nimmt auch einige Denkanstöße mit.

Titelbild: Theaterhaus

Gauthier Dance „Infinity“

Der Kanadier Eric Gauthier hat es geschafft: Vom Publikumsliebling des Stuttgarter Balletts wurde er innerhalb weniger Jahre zu einem international gefeierten Choreographen. Gauthier Dance heißt seine erfolgreiche Tanztruppe, deren Aufführungen regelmäßig ausverkauft sind.

Foto: Regina Brocke

Foto: Regina Brocke

Zu ihren aktuellen Shows zählt „Infinity“ („Unendlichkeit“), die seit Mai 2015 im Theaterhaus Stuttgart aufgeführt wird. Teilweise sind die Stücke von „Infinity“ dem klassischen Formationstanz zuzuordnen, teilweise dem klassisches Ballett. Auf alle Fälle sind sie eins – originell und provokant. Drei Solo-Tänzer kommen beispielsweise in hautfarbenen Dancebelts nackt auf die Bühne, was Eric Gauthier mit „50 Shades of Gauthier Dance“ betitelt. Die Kostüme fallen generell wuchtig, verspielt und verrückt aus. Von dunklen unheimlichen Wesen bis hin zu Tänzern in Reitmontur ist alles dabei. Farbenfrohe, mystische Bilder treffen dann wieder auf das Reine, Nackte und schaffen Kontraste.

Wer neugierig auf zeitgenössischen Tanz geworden ist, kann einer der Gauthier-Shows im Stuttgarter Theaterhaus live erleben. Weitere Informationen zum Programm findet ihr unter www.theaterhaus.de